Die Straße

Die Straße "Am Heidberg" bekommt neuen Namen
Straßenparty statt Schützenfest

So das war der erste Streich. Das reguläre Schützenfest ist mal wieder vorbei. Die einen sagen Gott sei dank, andere sagen Schade, wiederum andere sagen, es war genau richtig so. Eins aber erstmal vorweg, wir haben einen neuen König, und wie es sich in einer echten Monarchie gehört wurde die Königswürde dieses Jahr vererbt. Der neue König ist nämlich auch gleichzeitig der Sohn vom alten König. Damit nicht genug, denn der neue König hat bestimmt das der Jugendkönig ins Nachbarhaus kommt. Somit wurde die Straße "Am Heidberg" kurzerhand zur "Königsallee" umbenannt und die ausgelassene Feier am Sonntag glich eher einem Straßenfest als einem Schützenfest, bei bestem Wetter konnte man auf allen Höfen feiern und die Sonne genießen. Aber mal von Anfang an.

Schützenfest beginnt inoffiziell am Donnerstag mit dem Kinderkönigsschießen. Wir sind aber noch inoffizieller schon am Dienstag unterwegs, denn traditionell findet der letzte Übungsabend vor dem Schützenfest immer woanders statt und ist somit die erste kleine Feier die das Schützenfest schon mal ankündigt. Entgegen aller Behauptungen haben wir für diese Veranstaltung keine Warteliste. Es kann sich also gerne jeder bei uns melden. Voraussetzung, genug Getränke und Bratwurst vom Grill. Im nächsten Jahr kann man sich aber an 5 Fingern abzählen das wir nicht so weit müssen, beide Könige sind in der Nachbarschaft des Übungsraumes, es ist sicher nur eine Formalität das die beiden sich irgendwie zusammenschließen um den Übungsabend gemeinsam auszurichten. In diesem Jahr waren wir auf der Worth in einem sehr gepflegten und wunderschönen Garten mit wunderbarer Getränke- und Bratwurstversorgung. Vielen Dank an dieser Stelle an die Familie Schaper.

Donnerstag fanden wir uns dann nach und nach am Schützenheim ein um den Kindern beim Königsschuß musikalisch zur Seite zu stehen. Pünktlich zur Proklamation waren wir dann auch komplett um die erste Jubiäumsmajestät zum Zelt zu geleiten. Der Marsch gab uns schon einen kleinen Vorgeschmack auf das was uns die nächsten Tage erwartete. Sengende Hitze bei unerbittlichem Sonnenschein, und der Donnerstag sollte noch der kühlste aller Schützenfesttage sein. Nachdem wir die Kinderkönigin ordnungsgemäß in die Obhut der Schützengilde übergeben hatten folgte unser "Stelldichein im Altersheim" schon seit einigen Jahren bremsen wir auf dem Rückweg kurz am Seniorenhof an, um die Bewohner mit frischen Polkas und flotten Märschen zu unterhalten. Im Gegenzug gibt es kühle Getränke und einen Umschlag. Das macht viel Spaß und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn wir denn wiederkommen dürfen.

Danach geht es dann richtig zur Sache. Viele oder Alle? Züge veranstalten am Donnerstag Abend ein Zugtreffen um letzte Details abzuklären. Wir treffen uns immer beim Inhaber des ortsansässigen Supermarktes, der uns Jahr für Jahr immer wieder gerne auf seinen Hof lässt. Die Gäste kommen mittlerweile von überall her und bei immer noch bestem Wetter und leckerer Bratwurst haben wir unser Frühstücksprogramm nochmal durchgespielt damit am Freitag Morgen auch nix schief geht. Der Freitag Morgen kommt dann für alle auch meist zu früh, oder die Nacht ist zu kurz, oder beides.

Halb sechs, sechs klingeln die meisten Wecker, schnell was frühstücken und dann wird das gesamte Instrumentarium zum Zelt gekarrt, aufgebaut, gestimmt, eingestellt und überprüft. Jetzt schnell den scheidenden König abholen und ein gemeinsames Orchesterfrühstück im DGH. Dieses Jahr hat sich eine unserer Flöten ganz hervorragend um alles gekümmert. Wir hatten, zusätzlich zum normalen Schützenfrühstück noch Kakao, Kaffee, Marmelade, Nutella und viele andere köstliche Dinge auf dem Frühstückstisch, und anders als sonst hatten wir auch genug Zeit, denn die Ehrungen in diesem Jahr dauerten irgendwie länger als sonst. Wir saßen somit rechtzeitig zur Eröffnung des Königsfrühstücks auf der Bühne und konnten mit dem Marsch "Starparade" und erstmals mit über 30 Musikern auf der Bühne, das Schützenfest offiziell eröffnen.

Das Königsfrühstück ist immer wieder ein absolutes Highlight des Schützenfestes in Sülze, es vereint gemütliches Beisammensein mit offiziellen Ehrungen und Verabschiedungen und einer zum Ende hin fast überkochenden Stimmung auf dem Zelt. Auch dieses Jahr war die Stimmung am Ende bombig und alle Schützen waren heiß drauf Ihre beste 10 auf die Scheibe zu schmettern. Dieses Jahr dauerte es aufgrund einiger Verabschiedungen etwas länger, macht aber nichts, von uns aus kanns den ganzen Tag so weiter gehen. Trotzdem mussten wir dann los um den neuen König zu ermitteln.

Am Schützenheim machten wir es uns im Schatten gemütlich und sorgten für gepflegte Unterhaltung während die Schützen Ihre Königsschüsse abgaben. Die Proklamation brachte dann wieder alle an den Rand der Dehydration, in der prallen Abendsonne verharrten alle um zu erfahren wer denn nun das Schützenvolk im neuen Jahr regiert. Die Freude im Orchester war riesengroß, denn Jugendkönig wurde unser Schlagzeuger Lauritz. Posaunist Bootsmann wurde wieder einmal zweiter Begleiter des Hauptkönigs, das freut uns natürlich auch, aber jetzt kann er dann auch mal König werden. Hauptkönig wurde der Sohn vom alten König. Viel bemerkenswerter aber war der Umstand das der neue König, Oliver Buhr, gerade erst neben dem Elternhaus des Jugendkönigs gebaut hat. Das macht die Sache natürlich einfacher, der ganze Kram muss nur in eine Strasse gefahren werden und nach der Feier beim Jugendkönig wird der ganze Krempel dann um 100 Meter verschoben. Warum sind wir überhaupt wieder zum Zelt zurück maschiert, die Band hätte eigentlich auch zum Heidberg kommen können. Beim Rückmarsch war es noch heißer als am Donnerstag aber alle haben die Tortur ohne große Ausfälle überstanden, und somit endet der Freitag in einem großen Festball.

Der Samstag steht in Sülze immer im Zeichen der Jugend. An diesem Tag wird den jugendlichen Majestäten die Königsscheibe ans Haus genagelt. Wir sind natürlich zu unserem Jugendkönig mitmarschiert. Lauritz bekam den Beinamen "der Taktvolle". Wie taktvoll er ist kann er am Jubiläumssonntag beweisen wenn er beim Großen Zapfenstreich die Kesselpauken spielt. Nachdem wir den Jugendkönig die Haare vom Kopf getrunken hatten trieb uns der Durst wieder zum Zelt, wo wir mit dem alljährlichen Strafbiertrinken den Nachmittag im Kreis des Orchesters verbrachten. Ganz zum Schluß steht dann noch der Auftritt in der Weinstube beim Kassensturz an. Der Auftritt ist meist laut und weniger schön aber in Anbetracht des Zustandes aller anwesenden Musiker, Schützen und Gäste scheint es irgendwie zu passen. Bisher hat jedenfalls noch keiner gesagt. Lasst mal lieber, wir machen ne CD an. Und somit endet der Samstag mit einem großen Festball.

Ach Gott, ja ist denn schon wieder Sonntag? Ja es ist Sonntag, 3:30 Uhr, und die Eierbackkolonne stampft an zahlreichen offenen Fenstern vorbei, um mit lauten Paukenschlägen auf sich aufmerksam zu machen. Ziel der Meute ist die Residenz des Jugendkönigs wo schon eifrige Damen damit beschäftigt sind hunderte von Eiern aufzuschlagen um die hungrige Horde mit Rührei zu besänftigen. Nun ja der nicht jugendliche Ottonormalbürger dreht sich dann nochmal um und schläft noch etwas weiter. Andere fahren zum Fischmarkt um Hühner zu kaufen, aus Angst der Nachschub an frischen Eiern könnte irgendwann versiegen.

Pünktlich zum Mittagessen für jedermann sind aber alle wieder fit und haben auch wieder Hunger. Dann folgt das größte Spektakel des Schützenfestes in Sülze. Der gesamte Schützenverein, zuzüglich 4 Musikzügen und Gästen macht sich auf den Weg zum Denkmal, um den Gefallenen einen Kranz niederzulegen. Ein immer wieder ergreifendes Zeremoniell. Danach ging es auf direktem Weg zum Hauptkönig. Gute Güte war da was los. Die ganze Straße war mit Schützen und Musikern besetzt, Nachbarhöfe wurde genutzt um alle unterzubringen, denn der König ist so frisch in der Straße das sein Garten leider noch nicht fertiggestellt ist. Aber es war wirklich ein beeindruckendes Bild und eine herrliche Kulisse und ein noch herrlicherer Sonntag Nachmittag. Die auswärtigen Musikzüge buhlten um die Gunst der Schützendamen, die Kannoniere zeigten sich von Ihrer lautstärksten Seite und es herrschte eine sehr ausgelassene Stimmung die sich ganz, ganz schlecht in Worte fassen lässt. Sowas muss man erlebt haben.

Doch auch der schönste Nachmittag geht einmal vorbei und außerdem wollten wir ja auch noch den Beinamen des Königs erfahren. Also flux die Scheibe angenagelt und dann verkündete Christoph mit kräftiger Stimme. Oliver der Thronfolger. Wie schon erwähnt ist Oliver der Sohn vom letztjährigen König. Viele Gerüchte tauchten dazu auf. Wurde überhaupt geschossen oder gleich vererbt? Ist das jetzt der Beginn einer langjährigen Monarchendynastie? Wie auch immer, ich denke nächstes Jahr wird unser Posaunist König, also ab zum Zelt. Auf dem Programmzettel steht immer "Großes Unterhaltungsprogramm mit dem Blasorchester Salinia". Das stammt noch aus Tagen wo wir allein für die Stimmung auf dem Zelt zuständig waren. Mittlerweile spielen die Gastzüge um einiges länger und machen genug Stimmung das für uns kaum noch Zeit bleibt unseren Marsch durch die Kreise komplett durchzuführen. Nach dem zweiten und ersten Zug waren wir gerade auf dem Weg zum großen Finale im Kreise des Damenzuges als der Umzug von der Fahne zurückkam. Für uns war nun Feierabend. Manche sagten: Gott sei dank! Andere sagten: Schade. Und wiederum andere sagten: Das war genau richtig so! Ja war es, es war ein Hammerschützenfest und wir freuen uns auf das kommende Wochenende wenn das Jubiläumsschützenfest ansteht. Wir halten Euch in jedem Fall auf dem laufenden. Und so endet der Sonntag und das Schützenfest mit einem großen Festball.


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