Walhalla und der Wurzelschorsch
Bayerntour 2003

Es ist soweit, nach reichlich unüberlegter Planung sind wir zu unchristlicher Zeit in Richtung Bayern aufgebrochen, anders als sonst sind wir diesmal als letztes in den Bus gestiegen und hatten daher nicht das Vergnügen die hinteren Plätze zu belegen. Nach vielen vielen Pausen und 10 Stunden Fahrt sind wir dann auch gesund und munter (mehr oder weniger) in Eidsberg angekommen. Auf der A? sind wir natürlich auch an Walhalla vorbeigekommen. Das Gebäude verführte Bootsmann zu reichlich hanebüchenen Theorien die von 'Grabstätte von Thor' bis hin zu 'Auststellung von Büsten berühmter Deutscher', was ja auch richtig ist. Nicht richtig dagegen ist das dort Leuten wie Dieter Bohlen, Stefan Raab oder Naddel die Ehre erwiesen wird. Zweifellos sind das sehr berühmte Mitbürger, aber will wirklich jemand die Büsten dieser Menschen für die Ewigkeit erhalten? Mir persönlich kommen da berechtigte Zweifel.

Eidsberg, endlich. Ein sehr schön am Berg (wo auch sonst) gelegenes Dörfchen in dem auf jeden Einwohner mindestens 20 Wespen kommen. Wir hinterließen gleich einen bleibenden Eindruck indem wir Ele mit einer prall gefüllten Regentonne allein ließen, fataler Fehler. Das Ende vom Lied: Regentonne leer, Strasse nass. Unser Busfahrer erkundete in einem PKW die Strecke zu unserer Herberge (Naturfreundehaus Loderhart) auf Bustauglichkeit. Das Naturfreundehaus ist in ca. 900 Metern Höhe knapp unterm Kreuzfelsen gelegen, und die Vorstellung das wir vier- bis fünfhundert Höhenmeter mit unserem Gepäck zu Fuß überwinden müssen bereitete uns arge Sorgen. Zum Glück gab unser Busfahrer Entwarnung und wir waren heilfroh die Strecke im Bus zurücklegen zu dürfen. Die Fahrt auf den Berg war schon ein Abenteuer für sich, da die Strecke eher als Feldweg denn als Strasse durchgeht und sich 5km lang durch einen Wald ziemlich steil den Berg hinauf schlängelt. Der Wald selbst brachte Michi auf die gruselige Idee sich die wildesten Fantasien über Monstren, Mumien und Mutationen zusammen zu reimen, wobei die Hexe von Blair seine Favoritin wurde die unsinniger Weise mit dem Lachen von Dr. Evil durch den Wald läuft und nix besseres zu tun hat als 2 Holzstücke an einander zu schlagen. Sie ließ sich allerdings das ganze Wochenende nicht blicken.

Nachdem die mehr oder minder nüchterne Meute die Zimmer bezogen hatte, ging es via Privat PKW's in Richtung Eidsberg, dort bekamen wir erstmal eine zünftige Brotzeit (Leberkäs mit Kartoffelsalat) und ein Bier. Ein paar Biere später gesellte sich ab und an mal ein bayrischer Herr zu uns um uns mit den aktuellen Musikerwitzen zu versorgen, natürlich in tiefstem bayrisch. Wir haben nicht sehr viel verstanden und mussten das dann meist auch noch übersetzen und feststellen das die Pointe auf Hochdeutsch irgendwie dahin ist. Später am Abend traten wir dann gemeinsam den Rückweg an auf dem Bootsmann uns noch mal mit einigen Walhalla-Theorien versorgte welche anscheinend sogar sexuell stimulierend auf die ansässigen Damen wirkten, so daß Bootsmann die Überlegung anstellte diese Theorien als Hörbuch zu veröffentlichen. Insgeheim rechnete er sogar damit in Walhalla aufgenommen zu werden, da er felsenfest davon überzeugt war das auch Dieter Bohlen eine Büste in Walhalla bekommen hat. Nach der kurzweiligen und Lachmuskelverhärtenden Rückfahrt war nach kurzen aber heftigen Schlafstörungen durch einige Möchte-gern-hexen-von-Blair bald Ruhe eingekehrt und wir erhielten unseren wohlverdienten Schlaf.

Samstag morgen, Percy musste feststellen das er mitten im Wald war, und zu allem Überfluss auch noch hoch oben auf'm Berg. Schnell das Frühstück vertilgt und auf nach Eidsberg wo wir die Hassler aufnahmen um dann nach Deggendorf zu fahren, wo wir in der Innenstadt unser erstes Konzert abhielten. Nach einigem hin und her und Kofferrückerei über den gesamten Marktplatz konnten wir tatsächlich noch pünktlich anfangen. Im Laufe der Zeit wanderte die Sonne irgendwie in die falsche Richtung und wir waren der prallen Hitze hilflos ausgeliefert, geplagt von der dauerhaften Bestrahlung kamen wir zu dem Schluß beim Schlagzeugsolo die Plätze zu verlassen und ein paar kühle Getränke im Schatten zu geniessen, nicht allerdings ohne den tapfer weiterdrummenden Kromo mit einer kühlen Bierdusche zu versehen (Schlagzeuger sind tatsächlich die unterste Stufe der musikalischen Evolution). Nichts für ungut, das Schlagzeugsolo kam riesig an und Kromo hat sich seinen extra Applaus redlich verdient. Nach dem Konzert sind wir noch schnell zum Deggendorfer Volksfest gefahren um eine zünftige Brotzeit zu uns zu nehmen (Leberkäs mit Kartoffelsalat). Leider hatte uns keiner vorgewarnt das man in bayrischen Festzelten seine Getränke mindestens dreimal bestellen muss, und so kam das letzte Essen dann 5 Minuten vor Abfahrt des Busses. Also schnell noch den letzten Leberkäs runtergeschlungen und weiter zu 'Gläsernen Destille' vorher mussten wir jedoch noch schnell am Sling Shot anhalten, weil zwei wahnsinnige Mitmusiker sich noch mal in die Höhen schiessen lassen mussten. Im Bus haben wir uns prächtig über Percy amüsiert, der mit Sönke als einziger noch in seine Uniform schwitzte während alle anderen im locker-legeren Freizeitdress die Wärme ertrugen. Nach einem kurzem Zwischenstop zum nachtanken (Nein der Bus musste nicht tanken) kamen wir am frühen Nachmittag an der gläsernen Destille an. Die Destille wurde uns zwar erklärt, aber ich hab akustisch nichts mitbekommen, vielleicht lags auch am bayrischen, das Video mit dem Wurzelschorsch war da schon verständlicher aber brachte mir auch keine wirklich verwertbaren Erkenntnisse, die bekam ich dann aber im Shop wo wir die guten Sachen dann auch probieren konnten. Wenn jemand mal Husten hat, sollte er den 'Blutwurz' saufen, danach hat sich das mit dem Husten erledigt, für immer. Für alle anderen Wewehchen könnt ihr getrost den Bärwurz nehmen vornehmlich aber gegen Blähungen und bei schweren Geburten. Da beim Blasorchester so ziemlich alles 'ne schwere Geburt ist, können wir das Zeug getrost zum Saliniaeigenen Nationalgetränk erklären. Wir gaben dann noch ein spontanes Konzert in dem wir auch allerhand Sachen ausprobierten, und fuhren dann wieder in Richtung Eidsberg.

In Eidsberg konnten wir dann wieder eine zünftige Brotzeit zu uns nehmen (Leberkäs mit ... Stopp stimmt ja gar nicht. Es gab einen Grillwagen mit Schweinswürstel und Steaks) und unsere vertrockneten Kehlen mit Wasser und Bier befeuchten. Wir sollten dann ab 20 Uhr mit den Graflinger Musikanten etwas Unterhaltungsmusik zum besten geben. Die 'Graflinger' zählten ca. 8 Leute die eine sehr schöne bayrische Musik machten, besonders der 'Jäger aus Kurpfalz' ist ein echter Höhepunkt, besonders erstaunlich war wieviel Rythmus man so ganz ohne Schlagzeug machen kann. Zum Ende hin gaben wir dann noch mal richtig vollgas und kurbelten den Getränkeumsatz etwas an (nicht nur durch den Eigenbedarf). Gegen 23 Uhr machten wir dann Feierabend nicht jedoch ohne den Bayern mal unsere Brikett Polka zu zeigen. Danach war dann zur freien Verfügung und wir hatten Mühe und Not uns nicht vor Lachen in die Hosen zu machen, denn es gab schon einige Vorfälle die man in späteren Jahren als lustige Anekdoten weitergeben kann, aber das will ich hier nicht weiter vertiefen sonst wissen wir ja nicht was wir erzählen sollen. Kurz nach halb zwölf gingen Michi und Ich in die Bar zu einer geheimen Mission (Muahahahahaha) von der wir nicht ganz unversehrt aber erfolgreich wieder zurückkamen (ich kann dazu nur sagen das man Blutwurz nicht in großen Mengen zu sich nehmen sollte). Auf der Heimfahrt zum Loderhart lies Jörn sich nicht dazu überreden uns noch ein paar Geschichten aus Walhalla zu erzählen. Die Nachtruhe setzte etwas früher ein und wir hatten wieder keinen Verlust zu beklagen, und am darauf folgenden Morgen konnten wir auch etwas länger schlafen doch davon später mehr.


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