Schützenfest Sülze 2003

Jaja, es ist mal wieder Schützenfest in Sülze, niemand weiss genau wann es anfängt und keiner kann genau sagen wann es wirklich zu Ende ist.

Für uns geht es normalerweise am Dienstag los dieses Jahr hat uns aber keiner zur Probe zu sich nach Hause eingeladen (Ich mach mir deswegen jetzt aber keine Gedanken bezüglich der Qualität unserer Musik). Also haben wir den Schützenfest dieses Jahr ganz offiziell am Donnerstag Nachmittag mit dem Kinderkönigsschießen begonnen. Der Tag begann dann auch gleich mit der Überraschung das Christian Otte (der kleine Bruder unseres Startrompeters Michael) die Königswürde errungen hat und wir jetzt hoffen mussten das keiner aus unseren Reihen Jugendkönig wurde, denn bei Ottes in Waldhof gibt es immer ein gepflegtes Bier. Nachdem wir den neuen Kinderkönig auf dem Zelt abgeliefert haben waren wir noch bei Thomas zum Grillen eingeladen. Wir haben nebenbei noch flugs ein paar Fahnen hochgeblasen und mit den drei grossen B's (Bier, Bratwurst und Blasmusik) auf die Jahnataler aus Meissen gewartet die sich für Donnerstag abend angemeldet haben. Als die Jahnataler dann endlich da waren haben wir schnell noch mal den Grill angeschmissen (Hier nochmal ein Dankeschön an Lothar) und die einzelnen Musiker auf die Gastgeber verteilt, dann mussten wir aber auch schnell ins Bett denn der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Blasmusik.

Freitag ist immer so ein Ding, zum einen kann man sich zwar extrem gut die Augen schief trinken, zum anderen ist da aber das Problem das es immer wieder Musiker gibt die das auch tun. Freitags haben wir auch immer so unsere liebe Mühe und Not mit unserem Tubisten, der schwirrt überall rum nur nicht an seiner Tuba, und unser erster Vorsitzende hat den alten König hoch leben lassen danach aber anscheinend ein anderes Lied gesungen als wir gespielt haben, ich frag mich bis heute noch welches das wohl war. Wie auch immer, im Vorfeld wurde gemunkelt das dieses Jahr nicht so viel geredet werden sollte, aber im Endeffekt hat sich nichts verändert. Das ist auch ganz gut so, denn wann soll man die Reden sonst schwingen? Der Nachmittag verlief dann auch ungefähr so wie ich mir das vorher vorgestellt hatte (Katastrophal), aber selbst die Jahnataler vermochten der Bande nicht wirklich die richtige Stimmung rauszulocken ich muss zugeben das Wetter war auch nicht das feinste, es war zwar sonnig aber der Wind war ziemlich stark und die meisten standen ziemlich schief (was aber nicht nur am Wind lag). Später lockerte es sich dann dank unserer Damenriege etwas auf, was durch das abermals extrem windige Wetter aber jäh wieder zunichte gemacht wurde. Es war halt kein Stück gemütlich. Mit der fast schon planmäßigen Verspätung wurden dann die Könige proklamiert. Der Jugendkönig kam aus dem Spielmannszug (damit stand endgültig fest das wir am Samstag ein gepflegtes Bierchen bei Chrissi trinken würden) und der Hauptkönig (Hans-Hermann Ehling) kam ebenfalls aus dem Spielmannszug woraufhin ich mich fragte was eigentlich die Schützen machen??? Musik machen können oder wollen sie nicht und schiessen können oder wollen sie auch nicht nur saufen können oder wollen sie alle. Zu Freitag abend kann ich nicht viel von mir geben, denn meine Frau hatte Geburtstag und wir haben zuhause etwas gefeiert.

Samstag die Welt ist wieder in Ordnung, ein kleiner Ausmarsch und dann können wir feiern (Das Ständchen im Weinzelt steht zwar auch noch auf dem Plan aber da ist eh Narrenfreiheit angesagt). Unser Hauptmann hat den Umzug zum Kinderkönig pünktlich auf den Weg gebracht und unsere Erwartungen was die Biermarke anging wurde nicht enttäuscht, und wir tranken erstmal ein Fläschchen für den Regenwald. Beim Scheibe annageln wieder ein Fauxpax, ich hab mir jetzt fest vorgenommen keine Musik mehr zu machen ohne den Befehl vom Hauptmann oder seinem Stellvertreter. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Strafbieres und das war dieses Jahr mal wieder sehr ausgiebig. Dementsprechend waren wir auch alle nicht mehr ganz alleine und so traf es sich hervorragend das sich die Jahnataler im Weinzelt in eine Art Rausch spielten. Tja gib den Sachsen 'nen Gläschen Wein und sie lassen's spielen nicht mehr sein. Uns sollte es recht sein, konnten wir doch mal in aller Ruhe unsere Biere abtrinken, und ich glaube bis auf Ele's konnten auch alle Strafbiere vertilgt werden. Die Riesenlatte hätten wir eh nicht austrinken können, nicht mal über's gesamte Schützenfest. Als Höhepunkt wurde dann noch der allseits beliebte 'Weichei-Orden' verliehen, diesmal hatten Schnurzel und Kai das Vergnügen für ihre besonderen Verdienste als Weicheier ausgezeichnet zu werden. Ich bekam dann noch den niegelnagelneuen 'Miesepeter-Orden' für meine Verdienste als chronisch schlecht gelaunter musikalischer Leiter, außerdem haben wir die neue Pauke getauft, sie hat den klangvollen Namen 'Olga' erhalten. Zu Samstag abend kann ich ebenfalls nicht viel von mir geben, denn irgendwie war ich wohl betrunken. Gut ich kann mich noch dran entsinnen das Bootsmann, Schnurzel, unser Bürgermeister und ich die "Operation Goikarpfen" gestartet haben aber sonst haben wir wohl recht gut gefeiert.

Sonntag morgen ist immer sehr hart, der Kopf tut weh die Lippen sind steif und die Zunge will auch nicht so recht in Gang kommen. Irgendwie schafft man es trotzdem sich aus dem Bett zu mogeln um dann die gröbsten Schmerzen mit einem Bierchen zu betäuben. Bootsmann klebte mir flux noch ein Schildchen mit der Aufschrift "Operation Goikarpfen läuft" auf die Innentasche und mir dämmerte langsam das ich vom vorabend gar nicht mehr so viel wusste. Egal, schließlich leben wir für's hier und jetzt und da war erstmal Erbsensuppe angesagt. Bei der Mitgliederversammlung wurde zwar für Gulaschsuppe abgestimmt aber der Vorstand hat in einer eigenen Versammlung nochmal abgestimmt und da hat die Erbsensuppe gewonnen, das nenn ich Demokratie. Die Jahnataler gaben ein Lied nach dem anderen zum besten während wir uns bereit machten um mit dem Spielmannszug noch das ein oder andere Stück gemeinsam zu trällern. Dann ging auch schon der Umzug los und wir sahen uns in einer völlig neuen Situation, Nationalhymne und Trauerlied am Denkmal. Im Zuge des Terminstresses des Musikzuges Hankensbüttel die jetzt nicht mehr zum Schützenfest kommen mussten wir diesen Part übernehmen, ich denke gerad' mit Schaudern an Baven zurück wo ich bei der Nationalhymne lauthals einsetzte, aber leider die falsche Tonart erwischte. In solchen Fällen wünscht man sich ein Orchester das sich mal nach dem musikalischen Leiter richtet :)) Wir haben das alles aber gut über die Bühne gebracht und konnten dann getrost zum König gehen. Beim König gab's wiedermal Lob von allen Seiten, das gefällt mir natürlich sehr gut. Beim König schlägt dann auch immer die Zeit von MTB und Gäste, die waren in diesem Fall unsere Saftschubse Birthe und der LTon, gemeinsam mit dem Quintett das aus 6 Musikanten besteht trällerten sie Schlagerhits wie 'Biene Maja' und 'Schön ist es auf der Welt zu sein' was beim Publikum trotz der wiedermal miserablen Anlage sehr gut ankam. Als Zugabe wurden dann die alten Rittersleut gespielt, danach machten wir noch die ein oder andere Polonaise. Jetzt war erst mal Trinkpause angesagt. Das schöne ist ja das es jetzt sehr oft beim König eiskaltes Becksbier gibt, schlecht allerdings das ich nicht unbedingt den Drang verspürte ein Bier zu trinken und mich lieber an Wasser hielt.

Dann war Zeit zum antreten, in sengender Hitze (es war nicht so windig wie am Freitag) standen wir uns die Füße platt und warteten auf den König, warum wir so lange warteten wusste keiner so genau aber wir warten ja gerne, mit Vorliebe im Stehen in der Sonne und ohne Getränke, die würden auch eh zu schnell warm werden. Nachdem wir dem 1. Vorsitzenden dann endlich den Beinamen aus der Nase ziehen konnten (manchmal macht er es schon arg spannend) nagelten wir noch die Scheibe an und machten uns wieder auf zum Schützenplatz wo sich dann die Abordnung zur Fahne fertig machte, da wir nette Musifanten sind haben wir den Jahnatalern die Freude überlassen mit zur Fahne zu gehen, das wurde schon im Vorfeld tausendmal auf irgendwelchen Versammlungen diskutiert und in letzter Minute wieder geändert, was mich schon ziemlich arg geärgert hat, die Jahnataler waren auch recht entäuscht und so machten wir mit denen noch ein paar gemeinsame Stücke und verabschiedeten sie dann zwar früher als geplant aber doppelt so herzlich. Danach war der Schützenfest für mich gelaufen, nicht weil es wieder so viel Bier gab, sondern weil ich kaputt, lustlos und verärgert war. Abends ging dann auf dem Zelt nochmal richtig die Post ab als MTB mit den 'Absolute Runners' ein paar Schlager zum Besten gab. Alles in allem ein durchwachsenes Schützenfest ohne große Höhepunkte (wenn man vom Umtrunk beim König und der tollen Vorstellung von MTB mal absieht), sowas muss es auch geben und auf ein schlechtes folgt meist ein gutes Jahr.


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