Hitzeschlacht im Salinenbachtal
Wiedermal Bombenwetter beim Sülzer Schützenfest 2007

Ausgelassene Stimmung beim Kaiserschützenfest 2007Sülze feiert Schützenfest. Drei, vier, fünf oder sechs Tage lang, keine Ahnung. Wer weiß das schon. Sicher war nur das Wetter. Pünktlich zum Dienstag klärte sich der Himmel auf und die Salinia konnte mit dem traditionellen Schützenfesteröffnungsüben bei Fördermitglied Lothar Dzwoniarek beginnen. Nachdem die Fahne gehisst war konnte das Schützenfest für uns beginnen, denn offiziell geht es ja erst mit der Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden beim Königsfrühstück am Freitag los. Alle Schützenfesttage fanden unter strahlendblauem Himmel und sengender Hitze statt, nicht mal die Tatsache das am Freitag ein Einsatzkommando der Polizei Krawalle zwischen Linken und Rechten Gruppen verhinderte konnte einen Schatten über dieses Schützenfest werfen, vielmehr wurde es noch heißer durch den Umstand das wir nach 49 kaiserlosen Jahren endlich wieder einen Kaiser haben; Und was für einen; mit Ansage, Kontra, Re und Bock.

Adolf Krause hisst seine SchützenfahneVor dem Kaiser steht jedoch ersteinmal das Kinderkönigsschießen. Am Donnerstag fanden sich ca. 55 Kinder im Schützenheim ein um mit dem Lichtpunktgewehr den Besten Schützen zu ermitteln. Der beste war Hendrik Zimmermann, seineszeichen Sohn vom örtlichen Hufschmied und neuer Kinderkönig von Sülze. Der Königszug wurde dann mitsamt Begleitern und Scheibenträgern vom Jugendspielmannszug und dem Blasorchester Salinia zum Zelt geleitet wo dann eine ersehnte Erfrischung auf alle Beteiligten wartete. Im Anschluß machte sich der Spielmannszug auf die Socken um das Schützenfest einzutrommeln, es soll ja Leute geben die noch gar nicht wissen das Schützenfest ist, ist ja auch schwierig, wo doch der Termin immer auf das 2te Wochenende nach Pfingsten fällt. Das Blasorchester hat sich zu einem kleinen Ständchen bei Posaunist und hiesigen Lebensmittelhändler Thomas Peisker eingeladen und dort mit Bratwurst, Bier und Blasmusik den Beginn des Schützenfestes gefeiert. Nach etlichen Musikstücken und dem gleichzeitigen hissen von 3 Fahnen ging es mit Einbruch der Dunkelheit dann zum gemütlichen Teil über.

Heiß war esFreitag morgen trafen sich alle Züge wie jedes Jahr bei ihrem jeweiligen Zugführer. Nachdem Schnurzel ja nun nicht mehr in Sülze wohnt brauchte das Blasorchester einen neuen Zugführer bei dem man sich treffen konnte. Es traf sich also ungemein günstig das Simone Vogel in ein Haus umgezogen ist das nicht mal 100 Meter vom Schützenplatz entfernt liegt. Die Bewirtung war geradezu grandios, traditionell gabs Becksbier und zusätzlich grünen Mackenstädter und Mettbrötchen. Leider bleibt am Freitag Morgen keine Zeit zum gemütlichen Beisammensein, den die Pflicht ruft unweigerlich vom Schützenplatz rüber. Stühle, Schlagzeug und NOtenständer müssen auf der Bühne verstaut werden und um 8:00 Uhr kommen auch schon die Züge aufmarschiert um gemeinsam den alten König zum Frühstück abzuholen. Das Frühstück selbst lief erstaunlich gut, es gab genug Zeit zum reden, genug Zeit Musik zu machen, die Feuerwehr machte das Zelt nass und auch die obligatorische Brikett Polka (im Sülzer Schützendamen-Volksmund auch "Nag-Nag Polka genannt) durfte natürlich nicht fehlen. Nun gings aber endlich ab zum Schießen, schließlich brauchten wir einen neuen König.

Geburtstagskind Kristin WinterhoffNach ca. 3 Stunden stand der neue König dann auch fest. Das Stabführerorakel aus dem Spielmannszug, Wilfried "Du hast die Haare schön" Behrens hat zwar vorhergesagt das es keinen Kaiser geben würde, aber wie das mit den Orakeln nunmal so ist, treffen die Vorhersagen eher selten bis gar nicht ein. Holger "ich will nicht das ihr bei mir Eier esst" Wendlandt ist nach Willi Otte der zweite Kaiser in der Geschichte der Sülzer Schützengilde. Seit ungefähr einem halben Jahr unkt er nun das er in jedem Fall noch einmal König wird und tatsächlich, der zweite Schuss des Tages war die Kaiserzehn mit einem Teiler von 49 wenn ich mich nicht irre. Der Freitagabend avancierte mit der Band "Angel Face" zum Höhepunkt des Schützenfestes, denn die Top 40 Band brachte mit einem sehr talentierten Gesangsduo die Tanzfläche zum kochen. Zudem hatte unsere 3. Trompete "Kristin" um 24:00 Uhr Geburtstag was uns dann noch in den Genuss eines Mamorkuchens ohne Marmorierung kommen lies. Kaum einer bekam bei all der Feierei die vorkommnisse ausserhalb des Zeltes so richtig mit. Wenn man jemanden erzählte das sich draussen ein Einsatzkommando befand die eine Gruppe von Rechten und Linken Jugendlichen in Schach hielt, wurde man nur müde belächelt und als besoffener Schwätzer abgestempelt.

Jugendkönig wurde übrigens Michis kleiner Bruder Christian der den unglaublich seltenen Beinamen "der Zielstrebige" verpasst bekam. Zum ersten Mal sagte unser 1. Vorsitzende Hans Herbert Japp übrigens das der König einen netten oder "nicht so netten" Beinamen erhält. Hoffentlich war dies nur ein Versprecher, nicht das wir in der Zukunft Namen wie "Hägge der Schreckliche" oder "Percy der korinthenkackende Kaufmann" erhalten. Der Nachmittag verlief wie üblich recht feuchtfröhlich denn Salinia hat schließlich frei, wobei diese Freizeit nur durch ein kleines aber lautes Ständchen im Weinzelt mit ungefähr 465132 Tuschs und Lobgesängen unterbrochen wurde.

Komm hol das Lasso rausNach dem Platzkonzert am Sonntag ging es dann endlich los in Richtung alten/neuen König. Ein kurzer Zwischenstopp am Denkmal, zwecks Kranzniederlegung, verlief sehr gut und die Spielleute freuten sich sehr über die gereichten kalten Getränke am Straßenrand. Die Stimmung bei der Königsresidenz war grandios, denn zum einen konnte der Kanonenzug diesmal rechtzeitig nachladen um das gesamte Schützenliesl mitzuspielen bzw. mitzukrachen und zum anderen stand ja auch noch der Auftritt von MTB aus, und der hatte es mal wieder in sich. Nach dem einleitenden Lassosong war es dann bei YMCA um jeden geschehen die Stimmung kochte und die Damen tanzten und feierten wie es sich für ein Kaiserschützenfest gehört, nur der Pfiff zum Antreten konnte die Stimmung etwas abschwächen. Die Königsfotos wurden zum Glück schon vorher gemacht so dass wir nicht allzu lange in der sengenden Hitze auf den Ausruf des Beinamens warten mussten. Nachdem uns Hans-Herbert den Beinamen bekannt gab, ging erstmal ein Raunen durch die Menge und alle tuschelten und murmelten "Verkümmerter Kaiser? Neee, verkündeter Kaiser? Was soll das?" Um das mal klar zu stellen er heißt "Holger der verkündende Kaiser" weil er ja schon vorher verkündet hat dass er nochmal König wird. Anscheinend ist dies nicht bei allen Schützen angekommen, so dass sogar auf dem Zelt noch Unstimmigkeiten bezüglich des Beinamens aufkamen. Da wir bereits beim König unglaublich viel gespielt haben und auf dem Rückweg zum Zelt unseren längsten Marsch "Herkules" sogar 2x hintereinander spielten brauchten wir erstmal eine etwas größere Pause, dies erwies sich aber als fataler Fehler, denn die Stimmung beim König konnten wir nicht mehr erreichen, trotzdem haben alle wieder mal schön mitgefeiert. Das wirklich gelungene Feuerwerk gegen ca. 22:45 Uhr war dann für einige auch ein schöner Abschluss für ein wirklich schönes Schützenfest bei dem es nicht viel zu meckern gibt. Andere wiederum, und insbesondere 2 Schützen aus dem 1. Zug liessen sich mit dem Ende des Schützenfestes noch bis Dienstag Morgen um 1:00 Uhr Zeit und somit kann man wohl behaupten dass das Schützenfest 2007 das bisher längste in der Geschichte war. Lang lebe "Holger das kaiserliche Orakel".

Ach, da war ja noch die Geschichte mit der Band die so arrogant daher kam und dachte mit uns Dorftrottel kann man es ja machen. Nunja, wir Dorftrottel sind wenigstens in der Lage Verträge zu lesen die wir unterschreiben und wissen deshalb dass man auf dem Sülzer Schützenfest am Sonntag bis um 3:00 Uhr statt bis 1:00 Uhr Musik zu machen hat. Wie dem auch sei, es ist unwahrscheinlich das wir euch nächstes Jahr noch einmal ertragen müssen.


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