Die Geschichte vom Fellschlägel

Es war einmal eine Pauke, sie war die leichteste auf der Welt und wurde von Ihrem Herrn liebevoll Olga genannt. Nur womit sollte diese gute Pauke zum klingen gebracht werden? Ein Filzschlägel musste her. Gesagt getan, ein Filzschlägel allererster Güte wurde besorgt und der Paukenherr war glücklich und zufrieden und paukte bei den Ausmärschen ordentlich den Takt für das gesamte Orchester.

Doch dann ergab es sich das die Pauke auch bei den Konzerten zu erklingen hatte, Befehl von allerhöchster Ebene, doch der harte Filzschlägel war viel zu laut und so durfte der Paukenherr sein Instrument nur mit einem Bruchteil seiner Kraft bedienen. Doch auch dieses zärtliche Paukengestreichel missfiel dem obersten Befehlshaber des Orchesters und so wurde gerätselt und beraten bis jemand die Idee hatte einen zusätzlichen Schlägel mit weichem Lammfellkopf zu besorgen der dann für die Konzerte genutzt werden sollte. Dies wiederum missfiel aber dem Herren der Pauke, denn hatte er doch nun einen Schlägel zusätzlich mitzuführen und die Angst den neuen, recht teuren Lammfellschlägel zu vergessen oder gar zu verlieren machten ihm zusätzlich zu schaffen.

Doch er beugte sich brav dem Befehl des obersten Orchesterbefehlshabers und führte fortan immer zwei Schlägel mit sich. Dies ging lange gut und alle waren zufrieden bis dem Fellschlägel die ersten Alterserscheinungen heimsuchten, an bestimmten Stellen des Kopfes fielen dem guten Schlägel die Haare aus und es dauerte nicht lange und der Schlägelkopf ähnelte doch sehr dem Hinterkopf des obersten Befehlshabers. Der Paukenherr war aber nicht dumm und dachte sich "Mensch, der gute Schlägel hat doch auch Haare an der Stirn und nutze diese Erkenntnis für seine Zwecke und bediente die Pauke mit der anderen noch mit vollem Haar bedeckten Seite des Paukenschlägels. Doch auch dort gingen die Haare allmählich zur Neige und der Klang der Pauke ähnelte einmal mehr dem Klang des Hartfilzkopfes.

Zähneknirschend und voller Trauer aufgrund des Ablebens des alten Schlagwerkzeuges entschied man sich einen neuen Lammfellschlägel zu bestellen doch was tun mit dem alten? Mittlerweile wurden ihm auf die kahlen Stellen auch schon kleine Smileys aufgemalt, einen glücklichen auf der einen, und einen traurigen auf der anderen Seite, dies machte ihm zu einem einzigartigen und voller Erinnerungen steckenden Vertreter seiner Zunft. Zum Wegschmeißen viel zu Schade aber zum aktiven Betrieb nicht mehr zu gebrauchen. Was tun?

So traf es sich das der Paukenherr seinen 444. Geburtstag feierte und man überlegte sich ein geeignetes Geschenk und da dachte sich der Oberbefehlshaber: "Warum eigentlich, schenken wir dem Pauker nicht einfach den alten Schlägel als Erinnerung an all die guten Jahre, das freut ihn bestimmt". Gedacht, getan und so leben Pauker und der alte doppelhalbglatzige Paukenschlägel zufrieden und glücklich in einer dreckigen Strasse in einem kleinen Ort voller unbeugsamer Niedersachsen irgendwo in der Lüneburger Heide, und wenn der Pauker einmal schlechter Laune ist so dreht er seinen Schlägel einfach auf die lachende Seite und alles ist wieder gut. Und wenn sie nicht gestorben sind dann lachen sie noch heute.


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